Rum – Der Vergleich von den besten Rums der Welt

Kennen Sie den Unterschied zwischen wirklich gutem Rum und einem herkömmlichen 10 Euro Supermarkt Rum? Wissen Sie dass Christoph Kolumbus der Mitbegründer der ersten Rums war? Was war nochmal Ron, und woher kommt eigentlich das Wort Rum? All diese Antworten finden Sie im Artikel. Außerdem gehen wir auf die verschiedenen Rums ein und filtern die besten für verschiedene Anlässe raus.

Rum Fakten im Kurzüberblick:

  • Bezeichnungen: Rhum – französisch, Ron – spanisch , Rum –englisch
  • Rohstoff: Zuckerrohr
  • Über 300 Zuckerrohrsorten à große Vielfalt
  • Ursprung zum größten Teil aus den Karibischen Inseln
Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Qualitätsunterschiede

Die meisten Rumsorten sind Verschnitte verschiedener Einzeldestillationen, welche sowohl im Herstellungsland als auch im Bestimmungsland verfeinert und gemischt werden dürfen.

Rumverschnitt: enthält mind. 5% Original Rum

Echter-Rum: Original Rum, Alkoholgehalt entspricht den Landesgesetzen (Deutschland: mind. 37,5%Vol)

Original-Rum: Muss im Herstellungsland abgefüllt werden und bleibt im Bezugsland unverändert! Alkoholgehalt zwischen 40-80%Vol.

White/Light/Blanc: Rumsorten welche sich zumeist durch klare Farbe, leichten Körper und trockenen Geschmack auszeichnen. In der Regel werden diese in Stahltanks gelagert, können aber auch in Holz gelagert werden.

Golden/Oro/Ambre: Mittelschwere, teils süße Rumsorten. Farbe erhält der Rum durch die Lagerung in Fässern oder durch die Zugabe von Zuckercouleur.

Dark/Black: Schweren, sehr aromatischen, körperreichen Melasserum. Farbe erhält er durch die Fasslagerung oder durch Zugabe von Farbstoff.

Premium Aged/Anejo/ Rhum Vieux: Lange Lagerzeiten stehen im Vordergrund. Teils schwere aber auch süße Rumsorten. Purer Genuss.

Single Marks Rum: Ungemischte Einzelfass Abfüllungen. Diese werden mit der Fassnummer und dem Abfülldatum versehen oder auch als Vintage deklariert

Herkunft

Der Rum hat seinen Ursprung in Papua-Neuguinea. Das Riesengras“ Zuckerrohr“, welches das Ausgangsprodukt von Rum darstellt, kam vor ca. zweitausend Jahren über die Philippinen nach China. Von dort aus wurde es von Händlern über Nordafrika nach Spanien und Portugal verbreitet. Anschließend verbreiteten es die Eroberer nach Brasilien, in die Karibik und nach Mittelamerika.

Geschichte

Christoph Kolumbus legte den Grundstein für die Rumgewinnung wie wir sie heutzutage kennen. Er nahm auf Befehl der Spanischen Königin um 1493 Setzlinge des Zuckerrohrs mit auf die Inseln der neuen Welt mit. Da Zucker zu der damaligen Zeit ein sehr gefragtes Produkt in Europa war, suchte man so neue Anbaumöglichkeiten. Jedoch erst 1510 entstand die erste Zuckerrohrplantage.

Es wurden Sklaven (zum Anfang Ureinwohner) eingesetzt um die Plantage zu bewirtschaften. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Ureinwohner nicht so widerstandsfähig waren wie erhofft. Daher wurde ein Sklavenhandel aus aller Welt aufgebaut. Als festgestellt wurde dass die Abfälle für die Zuckerherstellung ein recht kräftiges Nahrungsmittel darstellte, kam diese Zuckerrohrmelasse als Nahrung für die Sklaven zum Einsatz. Die Sklaven stellten fest, dass mit Wasser vermengte Zuckerrohrmelasse schnell anfing zu gären wenn es in der Sonne stehen gelassen wurde. Dieses Gemisch kam einem Alkohol der Ureinwohner sehr ähnlich. Es wurde „Tafia“ getauft. Dieser Zuckerrohr Wein wurde den Sklaven als Belohnung und zur Stärkung gegeben.

Ebenso Christoph Kolumbus brachte auch Anfang des 16 Jhd. Die erste Kupferbrennblase in die Karibik. Daraus entwickelte sich der Zuckerrohrschnaps welche bei Seeleuten sehr beliebt war. Das Getränk motivierte einerseits die Matrosen, beugte in Verbindung mit Limonen Skorbut vor und machte sowohl Trinkwasser genussfähig als auch die in Rum eingelegten tropischen Früchte, da sie für einen längeren Zeitraum gelagert werden konnten.

Damit nicht genug! 1687 erklärte die Britische Royal Navy ein Paint Rum zur offiziellen Tagesration für jeden Matrosen. Diese Tradition wurde bis 1973 aufrechterhalten.

Da der Alkohol seine Wirkung auf den Schiffen nicht verfehlte (Auseinandersetzungen, nicht mehr fähig zu arbeiten), ordnete 1740 der Admiral Edward Vernon an den Rum mit 1:4 Bestandteilen Wasser zu mischen. Der Admiral erhielt den Spitznamen „Old Grogram“, woraus wohl der Grog entstand.

Durch die Entdeckung der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben, mussten die Geschäftsleute auf den Karibischen Inseln umschwenken und sich der Rum Produktion widmen. Daraufhin wurde auf den karibischen Inseln mehr Gewinne mit Rum eingefahren als mit dem Zucker und zudem wurden neue Rum-Stile für den Export entwickelt.

Ein weiterer großer Boom war als in Amerika die Prohibition (1920-1933) verabschiedet wurde. Zum ausleben des Alkoholgenusses trieb es tausende Amerikaner auf die nah gelegenen karibischen Inseln. Die Rumdestillateure waren natürlich bemüht, qualitativ hochwertige Produkte anzubieten. So entstanden immer neue Destillationsmethoden, Reifegrade und Produktvielfalten wie sie heutzutage höchstens beim Wein zu finden sind.

Deutsche Geschichte

Die Deutsche Geschichte hingegen ist leider nicht so ehrwürdig und vielfältig wie es dieses Destillat eigentlich verdient. Im Zentrum steht wie damals auch heute noch eine Stadt: Flensburg. Flensburg ist auch heute noch die Deutsche Rum Stadt. Denn in der damals noch dänischen Stadt gab es viele Brennereien, welche aber zumeist auf Getreide ausgerichtet waren. Die Dänen hatten aber auch Departments in der Karibik, denn Jungferninseln gehörten zu den Dänischen Kolonien. Diese Beziehung wurde fast ein komplettes Jahrhundert aufrechterhalten und gepflegt. Um 1864 fiel jedoch im Zuge des Deutsch-Dänischen Krieges Flensburg an Österreich und Preußen. Die Deutschen konnten jedoch nicht viel mit den vorhandenen Brennereien anfangen da Ihnen die Rohstoffzufuhr fehlte. Hilfe kam aus Jamaika. Von dort aus importierten die Deutschen die Rohstoffe welche benötigt wurden für die Rumherstellung sowie verschiedene Konzentrate.

1885 schützte das Kaiserreich die eigene Produktion von Alkohol durch das Reichsmonopolgesetz. Dadurch verteuerte sich der Import von Rum erheblich, sodass eine Alternative gefunden werden musste. Deutsche Importeure bestellten bei jamaikanischen Produzenten nun nur noch „zugeschnittenen“ Rum. Einen hocharomatischen Rum (Konzentrat), der weitaus mehr Aromastoffe enthielten als übliche Destillate und als German Flavour Rum bzw. Wedderburn, Plummer bezeichnet wurde.

Daraus folgte dass weniger importiert werden musste da dieses Konzentrat mit Wasser vermengt wurde und viel hergestellt werden konnte. So entstand zwar ein Rum-Verschnitt aber kein hochwertiger komplexer Rum.

Wie bekam Rum seinen Namen?

Es gibt eine Reihe von Gründen wie der der Name „Rum“ entstanden sein könnte. Bis heute ist jedoch der wahre Ursprung unbekannt.

  1. Über Tausende Jahre haben die Malayen ein Getränk aus Zuckerrohr hergestellt, das sie „Brum“ nannten.
  2. Aufstände die durch den Konsum von übermäßig Rum zustande kamen nannten die Sklaven „Rumboullion“ oder auch „Rumbozze“.
  3. Seeleute welche Rum aus dem Trinkgefäß „Rummer“ getrunken hatten.
  4. Der lateinische Name für Rum lautet: „Sacrum Officinarum“.

Rohstoffe

Ein Pflanzengewächs: Zuckerrohr. Eine Pflanze die zu 18% Zucker und 75% Wasser besteht. Sie zählt zu den Riesen- bzw. Süßgräsern. Zuckerrohr wird ca. 4m hoch und benötigt ca. 15 Monate zur Reifung. Insgesamt gibt es zur Rumherstellung aktuell ca. 300 Zuckerrohrsorten.

Ein Rohstoff und 3 verschiedene Ausgangsrohstoffe!

  1. Rhum aus Zuckerrohrsaft à frischeres, fruchtigeres Aroma das auch bei längerer Lagerung erhalten bleibt.
  2. Ron aus Zuckerrohrsirup à konzentriertes Aroma da beim Kochen des ausgepressten Zuckerrohsaft das Wasser entzogen wird
  3. Rum aus Melasse   à Rückstand der Zuckergewinnung, Melasse Rums haben ein leichtes, geschmacklich runder und gefälliger als Rums aus frischen Zuckerrohr